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No Milk Today

Cool, jetzt hab ich ner ganzen Reihe Leute endlich mal meine Blog-Adresse verraten - und prompt passiert hier überhaupt nichts mehr, was berichtenswert wäre.

Das liegt hauptsächlich daran, dass aus meiner dummen Erkältung von letzter Woche eine dumme Bronchitis wurde und ich zwischenzeitlich ganz schön in den Seilen gehangen habe. Mittlerweile is es wieder ok, aber es war und ist einfach sterbenslangweilig.

Heute ist hier Thanksgiving und es kann sein, dass unsere kanadische Mitbewohnerin Cecilia uns tatsächlich einen Truthahn auf den Tisch bringt. Toll!

Ich glaube übrigens, dass mein letzter Eintrag ziemlich engagiert bis tschaka-mäßig rüber gekommen sein könnte. Ich war ja bisher weniger für meine ungebändigte Karrieregeilheit bekannt.
Nur wenn man Ende 20 ist und in der Heimat den einen oder anderen entweder recht lukrativen oder/und verantwortungsvollen oder wenigstens echt interessanten Job abgekriegt hat, und dann hier auf die Jobperspektiven eines 16-jährigen Realschülers trifft, kann das auf Dauer schon etwas unterfordern, wenn nicht (wenns ganz hart kommt) sogar ein wenig frustrieren. Und da erfasst selbst jemanden wie mich irgendwann der Blitzehrgeiz!
Naja, so schlimm ist es jedenfalls nicht. Die Jobs, die ich bisher hatte, ließen sich mit ner guten Portion Gleichmut und nicht wenig Humor durchaus leichtfüßig ertragen. Man muss sich halt nur mental in ein früheres Stadium seines Lebens zurück beamen, was mit einigen hier reichlich vorhandenen und problemlos erhältlichen Hilfsmitteln gar kein Problem ist.

Übrigens: Eine Fußnote wert dürfte der Umstand sein, dass in Vancouver Kiffen so gut wie legal ist und dass die Anwohner auch so gut wie keine Gelegenheit auslassen, dies auszunutzen. Es ist z.B. völlig normal, dass man in der Fußgängerzone ständig durch irgendwelche Cannabiswolken läuft, am hellichten Tag. Es gibt sogar downtown einen ganz klassischen Coffeeshop ("New Amsterdam"), wo man sich völlig legal reinsetzen, staatlich geprüftes BC Weed kaufen und in aller Ruhe rauchen kann.



Und gleich nebenan und problemlos zu finden gibt es den unvermeidlichen illegalen Laden , der bis ins Detail an die good old Locations in Eygelshoven erinnert: Man kommt rein, und ein paar Leute stehen Schlange vor einem Schreibtisch, an dem ein fetter, ziemlich unsympathischer und kahlrasierter Asi in aller Seelenruhe Gras abwiegt. In dem kahlen Raum steht zwei Sofas, auf denen die üblichen Gabber-Idioten abhängen. Es gibt zwei Aquarien, eines mit Fischen drin und eins mit einer Schlange. Im Hintergrund läuft nervige Techno-Mucke und in der Ecke sitzt der obligatorische Kampfhund. Der hier ist allerdings echt. Man ist schon froh, wenn man wieder draußen ist.
Die Gesetzgebung ist hier in British Columbia ganz ähnlich wie in den Niederlanden. So richtig legal ist das alles auch nicht, aber auch nicht wirklich illegal, also eigentlich nur geduldet, aber den Gesetzeshütern ist das Ganze auf jeden Fall ziemlich egal.

Ganz lustig ist, dass Tabak hier absolut verteufelt und nur zu horrenden Preisen abgegeben wird, während Grasrauchen offensichtlich weit verbreitet und sogar irgendwie als gesund angesehen wird.
Sollte man also auf die dumme Idee kommen, sich in einem geschlossenen Raum eine Kippe anzuzünden, kann man mit Folter und Zuchthaus rechnen. Neulich beim G. Love-Konzert allerdings zündeten sich eine ganze Reihe Leute um mich herum Spliffs an, also Pur-Tüten. Das war natürlich total ok, weil ja kein Tabak drin war. Und als ich auf Van Island einmal ne Tüte mit Tabak gedreht habe, gabs von einem Typen nen bösen Anschiss, weil ich vor dem Tabak hätte warnen müssen.

Komische Welt hier.

Bis die Tage.
10.10.06 00:21


Ende in Sicht...

Gerade habe ich meinen Rückflug gebucht. Am Freitag, 15. Dezember, schlage ich wieder in Deutschland auf.
Nach langem hin und her überlegen erschien mir dieses Datum richtig. Ich hatte ja zwischendurch mal mit dem Gedanken gespielt, deutlich länger hier zu bleiben, aber mir ist da dies und jenes klar geworden.
So schön es hier ist und so sehr ich meine Zeit hier genieße - es ist eine Auszeit, eine sehr lehrreiche natürlich, aber kein neuer Lebensabschnitt. Mein eigentliches Leben, das in Deutschland, wird weiter gehen. Und ich freue mich sogar auch ein bisschen darauf. Denn ich will einiges anders machen, und besser, oder vor allem: richtiger. Ich werde mit einem ganzen Sack voller Pläne wieder kommen.
Und außerdem werde ich dann zum ersten Mal meine neue Nichte sehen, die sich für Ende November angesagt hat
Und endlich das neue Lädchen meiner Mutter, das sie gerade in Eschweiler aufgemacht hat. Und sowieso all die Leute, die ich langsam ein bisschen vermisse!

Das ist jetzt alles noch über 2 Monate hin, aber die Zeit wird schneller rum sein, als man meint. Für jetzt gilt also erstmal, das beste daraus zu machen. Es gibt noch unglaublich viel zu tun, und ich würde am liebsten gleich damit anfangen. Aber wie jedes Jahr, wenn aus Spätsommer beinahe unbemerkt Herbst wird, habe ich mir wieder eine deftige Erkältung eingefangen. Jetzt muss ich hier also erstmal ne Runde rumhängen.
Das ist deswegen ein bisschen doof, weil ich eigentlich gerade auf Jobsuche sein müsste. Hier läuft das ja so, dass man einfach mit dem Lebenslauf in der Hand irgendwo reinmarschiert und sich vorstellt. Naja, wenigstens habe ich mich per Mail für 4 oder 5 Jobs beworben. Das klappt schon.

Übrigens haben wir hier wohl jetzt das, was man Indian Summer nennt. Die Wortschöpfung ist wohl eine Art Entsprechung dessen, was man in Deutschland als "Goldenen Herbst" bezeichnet. Das sieht jedenfalls sehr schön aus.
Wenn ich hier aus dem Fenster schaue, sehe ich einen herrlichen hellblauen Himmel, äh, und auch sonst sehr schöne Farben... (okay, manche wissen um meine Farbenkenntnis...) Also das Meer ist jedenfalls ganz toll dunkelblau und plätschert ein bisschen vor sich hin. Die Tannen sind grün und dieser andere Baum da ist irgendwie braun, glaub ich. WAS SOLL ICH SAGEN?! Es sieht auf jeden Fall alles super aus!!!
Ne, is echt schön. Und die Luft ist schön frisch, aber es ist trotzdem nicht richtig kalt, das heißt, es wäre natürlich toll, wenn ich da jetzt ein bisschen rumlaufen könnte...aber fucking hell, ich muss halt hier rumgammeln. Und alle, die ihre wertvolle Zeit damit totschlagen, das hier zu lesen, müssen es auch noch ausbaden...

Als kleine Entschädigung ein paar ganz raffinierte Smilies. Wie wäre es hiermit?
Oder mit dem?
Auch nich übel:
Der is auch cool:

So jetzt reicht aber für heute. Heute ist nicht alle Tage, wir sehen uns wieder, keine Frage.
4.10.06 00:14


Der ultimative Laberflash

So, es ist Montagnachmittag und ich liege im Bett. Heftig erkältet. Welch eine grandiose Gelegenheit, ein bisschen über das Wochenende zu schwadronieren!
Am Freitag hatten wir hier unsere erste echte Hausparty. Unser Mitbewohner Andy aus Colorado feierte seinen Abschied, denn für ihn geht die Reise nun weiter nach Asien, wo er ein paar Monate lang rumtouren wird.
Man kann sagen, dass der Pilotversuch gelungen ist: Unsere Bude ist definitiv partytauglich. Es war wirklich ganz amüsant und alle Gastgeber waren sehr betrunken. Auch einige der Gäste gaben ihr Bestes. Nur wurden wir zum zweiten Mal Zeugen eines offenbar nicht unüblichen Phänomens hier in Vancouver: So gegen halb eins machten sich fast sämtliche Gäste urplötzlich vom Acker. Also quasi zu einem Zeitpunkt, wo es in Deutschland gerade erst richtig los gehen würde. Man muss den Leuten freilich zugute halten, dass se auch fast alle pünktlich um 8 da gewesen waren. Zuhause läuft es ja eher so, dass die Leute erst so gegen 10 oder 11 eintrudeln und dann gegen 2 oder 3 langsam wieder abdampfen. Die Zeitspanne wäre somit etwa die gleiche.
Naja, wir Bewohner waren jedenfalls gerade erst richtig in Stimmung gekommen. Nun da wir aber mehr oder weniger unter uns waren, geriet ich allerdings in Garrets Fänge, will sagen, der Typ verabreichte mir ordentlich Rauchwerk. Und das zwang mich doch nach einer Weile in die Knie.

So weh das tut, mit ihm kann ich echt nicht mithalten. Der Typ fällt fast jeden Tag gleich nach der Arbeit in den nächstbesten Pub, mäandert anschließend saufend, kiffend und poppend durch Vancouver, taucht dann morgens um 7 bei uns zuhause auf und erscheint dann völlig fertig um 9.30 in der Küche, um sich wieder auf den Weg zur Arbeit zu machen. Ich weiß echt nicht wie er das macht. Ich könnte das jedenfalls nicht, und ich kenne auch keinen, der das könnte. Es muss wohl die harte irische Schule sein. Garret meinte jedenfalls, in Irland wäre er ein ziemlicher Normalo...
Noch erstaunlicher ist dabei, dass er beim besten Willen und trotz all des Messing around echt nicht auf den Kopf gefallen ist. Man kann sich mit Garret (zumindest tagsüber) über europäische Kultur und die deutsche Geschichte unterhalten. Über Letztere weiß er beinahe mehr als ich. Neulich noch hatten wir eine Diskussion über die Entstehung der deutschen Nation und wann das zu datieren sei. Über das Thema habe ich in meiner Abi-Klausur geschrieben!

Nächstes Thema

Da war ja noch was am Wochenende: Ein Konzert von G. Love & Special Sauce im Commodore Ballroom.



Darauf hatte ich mich wie Tier gefreut. Und am Samstag war es endlich so weit. Matthias kam mit, obwohl er die Band fast gar nicht kannte. Ein paar mp3s und meine Propaganda hatten ihn überzeugt.
Also wie wars?

Hm. Während des Konzerts sind mir die ganze Zeit Formulierungen durch den Kopf geschwirrt: Ich hatte den kompletten Verriss im Prinzip schon parat im Kopf, und ich hätte mich am liebsten gleich hingesetzt und alles in Grund und Boden geschrieben. Jedenfalls war ich zeitweise ziemlich weit davon entfernt, das Konzert in irgendeiner Weise zu genießen.
Am meisten auf den Sack gingen mir die total durchgeknallten Vancouverites, unter ihnen nicht gerade wenige Discoblondis, die sich benahmen, als stünde da vorne Justin Timberlake oder Robbie Williams, und der jeweilige würde sich gerade das Hemd vom Körper reissen. Da war echt Karneval. Die Leute waren dermaßen aus dem Häuschen! Zwischendurch kam Herr Love mal alleine auf die Bühne und stimmte ein paar besinnliche Akustiknummern an. Schön und gut, nur hörte man davon so gut wie nichts, weil überall gekreischt und geschwätzt wurde.

Ich war also einigermaßen angepisst.

Doch dann ist mir klar geworden, dass es mir selbst ziemlich beschissen ging, dass ich total verkatert war vom Vorabend und mich am liebsten einfach hingesetzt und ne Kippe geraucht hätte, statt in einem Pulk von aufgekratzten Leuten zu stehen. Nachdem ich das begriffen hatte, sah ich auch das Konzert etwas objektiver...

Es war nämlich eigentlich ziemlich geil. Auch wenn die Band ihre besten Stücke ("Baby's got sauce" und "No turning back") einigermaßen verkackte (man wird sie zu oft gespielt haben), ging es schon ziemlich ab. Herr Love sang und rappte richtig gut, spielte außerdem ziemlich geil Gitarre und machte auch Stimmung. Der Typ ist so einer aus der Kategorie "cooler Asi", ein Original halt. Mit dabei war auch der mitunter beste Kontrabassist, den ich je gehört habe, auch wenn er optisch durchaus zu den Zillertaler Schürzenjägern gepasst hätte. Der Drummer war so ein abgebrühter alter Sack und erinnerte mich irgendwie an Rolf Zacher, oder, den Sänger von den Mighty Sleepwalkers. Und dann war noch ein ziemlich gut abgehender Organist dabei.
Die Band groovte und jammte echt cool und es war schon irgendwie klar, dass die Leute tanzen wollten. Die neueren Stücke kannte ich nicht, aber sie waren live auch nicht schlecht, wenn auch in der Mehrzahl ein bisschen eintönig. Aber die meisten älteren Sachen rockten schon gut ab.

Es wäre cool, wenn Herr Love mit Spezialsoße mal nach Europa käme und dann in irgendwelchen kleinen Clubs auftreten müsste, weil er ja da nicht so bekannt ist. Zum Beispiel im Wild Rover würde gut kommen. Aber bitte nicht so ne Rockstar-Athmosphäre. Und bitte Sitzplätze für die verkaterten Konzertbesucher. Und bitte kein Rauchverbot.

Eine Vorgruppe gabs übrigens auch: Marc Broussard mit seiner Kapelle. Leider mussten wir uns das in voller Länge reinziehen. Es war nämlich, wie man hier so schön sagt, eine "pain in the ass".
Wie ich solche Typen hasse! Womanizer mit Holzfäller- bzw. Familienvatervollbart und ausgeworktem Körper macht einen auf Spin Doctor-political correctness, hat vermutlich im ganzen Leben noch nie gekifft und steht da jetzt nur auf der Bühne, weil alle Welt auf Jack Johnson abfährt. Klar, der konnte schon relativ hoch singen und rumquieken und es gibt Leute, die das dann Soul nennen. Aber so dermaßen langweilige und nichtssagende Lieder habe ich noch selten gehört. Vermutlich hat Herr Broussard einen Vertrag mit WDR 2 und darf demnächst die Jingles für die produzieren. Das Ganze war live schon schwer zu ertragen, ich hoffe ich muss den Kack nie von Platte hören. So ein ein verlogener Weichspülerscheiss.
Ich will ja hier gar nichts gegen Jack Johnson sagen. Der Typ is halt ein netter Surfer, der sich ne ziemlich knorke Masche überlegt hat, wie er abends am Lagerfeuer Frauen aufreissen kann. Dass er damit nun auch noch nen Haufen Geld verdient, ist halt einer der komischen Zufälle, die das Leben so parat hält.
Nur Herr Broussard kommt jetzt an und sagt, ja, ich habe aber schon immer so rumgesülzt und jetzt will ich gefälligst auch ein paar Mark damit verdienen und endlich ein paar Schixen abkriegen.
Werte Schixen, tut ihm den Gefallen und reitet ihn in die Hölle!


Boah, wasn Laberflash. Man sieht, ich habe gerade zu viel Zeit.

Bis dann.
3.10.06 01:02


Das Wochenende trat Arsch!

Das wurde aber auch höchste Zeit! Letzten Freitag gab es den ersten astreinen Absturz in Kanada. Gut, mal einen über den Durst getrunken wird hier zuweilen, aber am Freitag wurde hart gerockt! Das war Aachener Niveau!

Wir hatten uns zuerst mit der bekannten Bande weiterer Deutscher (die wo nach Hause wollen) in einem für diesen Anlass recht fragwürdigen Etablissement getroffen (ein teures griechisches Restaurant) und dort Abschied gefeiert. Weil nun reisen sie alle ein bisschen und dann gehts bei fast allen zurück in die traute Heimat. Any way - es wurden fleißig Pitcher geordert, und als man gegen halb 1 das Lokal verließ, war man dann auch schon etwas beschwipst.
Die nächste Station war das Cambie's, das sich in einer etwas schlechter beleumundeten Ecke der Innenstadt befindet, dementsprechend günstige Preise hat und eben auch das Publikum, das günstige Preise bevorzugt. Als wir da ankamen, war da der Teufel los. Unzählige sehr betrunkene und überwiegend recht junge Menschen hingen da auf und unter den Tischen herum und waren laut. Auch die Musik war nicht leise! Es war einfach der perfekte Ort für unseren Zustand. Wir kippten uns in Windeseile zu dritt drei Pitcher hinter die Binden und tranken Jägermeister, bis wir rausgekehrt wurden. Dass die uns da nicht an den Ohren aus dem Laden geschleift haben, war echt alles. Man fackelte nicht gerade.
Also wohin? Nachts um halb 3 werden in Vancouver leider selbst am Wochenende die Bürgersteige hoch geklappt, es sei denn man geht in eine von den Pussystationen in der Granville Street. Aber die sind sehr teuer, die Musik ist meistens schlecht und die Pussys sind doof.
Also zu uns nach Hause. Hier trafen Mattes und ich schließlich auf unsere fast gesamte Rasselbande von Mitbewohnern, die alle irgendwie in Partylaune waren, selbst die, die durch unseren Lärm wach geworden und eigentlich gekommen waren, um sich zu beschweren. Man pichelte also weiter und irgendwann verlieren sich meine Erinnerungen. Aber es soll wohl noch bis 4 oder 5 gegangen sein. Und mein Hangover am nächsten Morgen belegt diese These.

Für meine Pappenheimer daheim mag das jetzt nach einer recht unspektakulären Alltagsstory aussehen, aber ich bin so dermaßen begeistert, dass ich es hier unbedingt mal festhalten musste.

Vancouver Island

Eins kam übrigens zum Anderen. Weil alle so verkatert waren, bekamen Teresa, Matze und ich natürlich am nächsten Morgen nicht die Fähre um 10.30 Uhr. Auch nicht die um 12.30. Es wurde die um 15 Uhr, was zur Folge hatte, das wir erst abends um 9 in Ucluelet, unserem Zielort an der Westküste von Van Island ankamen. Naja, wir machten das beste draus und hatten einen ganz netten Abend. So lernten wir zwei Medizinstudentinnen aus Köln kennen und den Herbergsvater, der uns gleich zur Gartenparty hinterm Haus einlud. Der Typ war ne ziemlich coole Haut und außerdem ziemlich scharf auf die beiden Kölnerinnen, weswegen er sich auch mantramäßig vorbetete, dass er ja "Wife and a son" hatte. Später waren Mattes und ich noch am Strand, wo wir ziemlich planlos in der Dunkelheit rumturnten. Aber so helle Sterne wie da habe ich noch nie gesehen, das war echt der Wahnsinn.

Am Sonntag waren wir dann fast den ganzen Tag am Strand und haben da hart gechillt, wie ein ehemaliger Mitbewohner sagen würde. Wir haben da ziemlich nutzlos rumgehangen, nichts getan und sind nicht schwimmen gegangen, weil der Pazifik da oben arschkalt ist (so um die 10 Grad). Aber die Sonne hat richtig geknallt und ich habe mich einmal mehr heftig verbrannt. Aber darüber ärgere ich mich schon länger nicht mehr...

Die Insel ist echt beeindruckend. Wir sind ja mit dem Mietwagen quer durch gefahren. Da gibts wirklich absolut unberührte, imposante Natur, also ohne Ende Berge, Wälder und Seen. Im Prinzip Klischee-Kanada, wie es im Buche steht. Aber aus der Nähe ist schon nicht schlecht, sollte man mal gesehen haben. Und vor der Küste Wale und angeblich überall Bären. Ich habe immer noch keinen gesehen!

Was geht

Ich habe gerade meine Kolumne für die AN fertig gemacht und abgeschickt. Schon etwas seltsam, das von hier aus zu machen, aber nach nun zwei Monaten hab ich mich schon dran gewöhnt.

Rene und ich überlegen, das ganze Haus hier zu mieten und an unsere Mitbewohner unterzuvermieten, weil es zukünftig weniger Stress mit unserer doch arg aktionistischen Vermieterin bedeuten könnte. Aber das muss sich erst zeigen, ob das hinhaut, weil mit 7 Leuten irgendwelche Besprechungen oder gar Beschlüsse zustande zu bringen, ist schon ein kniffliges Unterfangen.

Heute habe ich - diesmal nach reiflicher Überlegung - beschlossen, zum Wochenende hin meinen Job als Handyverkäufer zu kündigen. Es ist einfach todlangweilig mittlerweile, weil keiner mehr Handys braucht und die ganze Rumhängerei langsam nervt. Ich hab den Job immerhin 4 Wochen am Stück gemacht und nun reicht es auch. Eine Woche Auszeit kann ich mir gerade leisten, und etwas mehr und etwas andere Arbeitserfahrungen wären schon ne Menge wert.

Morgen sollen wir zu zweit 10.000 Wasserflaschen unter Studentenvolk bringen. Ich glaub die haben da auch ernsthaft einen an der Waffel...

...aber ich penn jetzt mal besser.

Cheers
27.9.06 12:57


...und ich verstehe mich

Leute,
heute morgen habe ich wieder so eine Aktion aus der Kategorie "Typisch Lars" gebracht. Ich werd das jetzt an dieser Stelle nicht näher erläutern. Wer mich kennt, kann sich wohl so ungefähr vorstellen, dass mich der Rest der Welt mal wieder für bekloppt erklären würde.
Wie dem auch sei, es ist eigentlich alles in Ordnung und ein sonniges, frühherbstliches Wochenende steht ins Haus. Vielleicht fahre ich mit ein paar Leuten nach Vancouver Island und gucke mir mal den echten Pazifik an.

Aber gerade fiel mir ein alter Text ein, von einem Stück, das ich seinerzeit mit "Endstation Weinberg" gespielt habe. Aus gegebenem Anlass schreibe ich ihn jetzt mal hierhin.


Das Imageproblem

Morgens in der Schule gehts mir meistens ziemlich schlecht
Das sieht man mir auch an und die Lehrer haben Recht
wenn sie vermuten, dass ich nicht grad lang geschlafen hab
und womöglich Alkohol im Spiel war

Den ganzen Tag ernte ich bitterböse Blicke
obwohl ich keinem was getan hab
und immerhin hab ichs ja gepeilt
und bin sogar da!

Ich würde fast sagen ich hab ein Imageproblem
das sich darin äußert dass sie mir bei immer schwarz sehen
doch viel mehr als meins ist es eigentlich ihr Problem
denn ich komm meistens ganz gut mit mir aus

Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und ein Plan
sind nicht gerade meine Stärken
Ordnung ist nicht unbedingt mein halbes Leben
vielleicht sollte ich in Zukunft mehr
nach diesen Tugenden streben
denn wir sind in Deutschland
und auch ich bin made in Germany
Vitamin B und ein guter Ruf,
Fleiß und Unterwürfigkeit
sind im Land der Dichter und Denker
wahrlich mehr wert als Ideen
von denen gibt es schon genug,
alles schonmal da gewesen...
(Achtung, Gesellschaftskritik!!!!)

Ich würde fast sagen, ich hab ein Imageproblem
das sich darin äußert dass sie bei mir immer schwarz sehen
doch viel mehr als meins ist es eigentlich ihr Problem
denn ich komm meistens ganz gut mit mir aus
und ich verstehe mich.

In diesem Sinne. Cheers!


22.9.06 19:27


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