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Blame Canada!

Moin! Die Fotos von meiner Kanadareise sind hier:

Kackteure Pornoseite, krieg Geld für jeden Klick!

Lars
6.8.06 22:57


Rückblick

Tach zusammen!
Ich hab ja diese Seite sträflich vernachlässigt, seit ich in Kanada bin, und mich stattdessen ganz auf die Flickr-Seite gestürzt. Fotos sind ja auch meistens aussagekräftiger als dieses oder jenes Geblubber. Trotzdem soll aber auch das Geschwafel nicht auf der Strecke bleiben! Hier kommt es nun. Mit ein paar Einträgen aus der Zeit, seit ich hier bin.
Weil aufgeschrieben hab ich ja schon was. Ich lösche jetzt einfach das Gejammer und die peinlichen Hosenkacker-Sprüche raus und - schon lässt es sich bloggen ;-)

Auffi gehts!
29.8.06 20:58


Logbuch 27. Juli 2006

Ich bin angekommen, in jeder Beziehung. Ein seltsamer Film läuft hier ab, aber durchaus ein interessanter, und auch noch immer ein spannender. Es ist also soweit.

Gestern sind wir in Toronto gelandet. Seitdem wohnen wir hier in so einem Backpackers-Ding, das soweit ganz okay ist. Pancakes zum Frühstück (und sonst nichts) war zwar eine Zumutung, aber dafür war der Kaffee okay.
Gestern Abend, nach unserer Ankunft und nicht nur durch die Zeitumstellung viel zu fertig für irgendwelche Aktivitäten, durften wir an einem etwas überfrachteten Begrüßungsbankett teilnehmen. Die Rede war von einem Barbecue im Freien gewesen, tatsächlich aber landeten wir im Ballsaal eines Nobelhotels und waren für das Etablissement natürlich völlig underdressed. Auf der einen Seite saßen 70 völlig erschöpfte und merklich seit langem ungeduschte deutsche Studenten, auf der anderen eine Reihe potentieller kanadischer Arbeitgeber, die bewundert und bekniet werden wollten. Es sollen trotz allem einige Kontakte entstanden sein.
Ein paar Jungs und ich machten uns recht bald davon, um an einem geeigneteren Ort ein Bier trinken zu gehen. Wir wählten den Hafen als ideales Ziel. Ziemlich kaputt (wir waren immerhin seit gut 20 Stunden wach und hatten 8 Stunden Flug hinter uns) erreichten wir also den Hafen und genehmigten uns das sehr verdiente Bier. Und ein zweites. Dabei blieb es dann, denn der Barbesitzer wollte Feierabend machen.
Heute habe ich halbwegs ausgeschlafen und den Jetlag zum Glück überstanden. Ich war wiederum mit ein paar Leuten in der Innenstadt und am Hafen unterwegs, sozusagen touristisch aktiv. Danach hatten wir eine Info-Veranstaltung vom kanadischen Arbeitsamt, was uns nach dem bislang recht entspannten Treiben noch einmal den wahren Grund unseres Hierseins bedeuten wollte.
So, und davon muss ich mich jetzt erstmal erholen.
Morgen geht es weiter nach Vancouver.
Heute Abend wollten wir noch einmal raus.
29.8.06 21:04


Logbuch 7. August 2006

(Seit dem 28. Juli bin ich nun in Vancouver)

Seit einer Woche wohne ich in 3744 Point Grey Road in Kitsilano und zwar direkt am Meer. Es ist eigentlich sehr idyllisch hier, aber meine Vermieterin ist schon ein sehr schwieriger Fall. Ich hoffe, ich werde sie bis Ende des Monats ertragen. Der Mietvertrag geht bis Ende September, aber wenn es sich so weiter entwickelt, wie es sich bislang abzeichnet, werde ich es wohl nicht so lange aushalten. Anfänglich waren wir ja ganz gut miteinander ausgekommen und ich habe mir auch viel Mühe gegeben, ihr entgegen zu kommen. Doch damit es nun vorbei. Ich habe ihr deutlich gesagt, dass ich nicht länger in irgendwelche Arbeiten am Haus oder Konflikte „involved“ sein will, und ziehe das jetzt auch recht konsequent durch. Ich denke, das ist der einzige Weg, hier nicht verrückt zu werden. Jetzt gerade übrigens hantiert sie unten im Badezimmer herum und versucht (wohl vergeblich), irgendetwas zu reparieren. Ich mag gar nicht darüber nachdenken, was die Frau für einen Dachschaden haben könnte. Ich wohne hier, habe meine Miete bezahlt und einige Stunden sinnlosen Konversationen mit ihr gewidmet. Das muss reichen. Tut mir leid, wenn ich hier nicht den Sozialarbeiter mache, aber ich habe wirklich andere Probleme.

Wo bleiben die Partyfotos und was mache ich hier eigentlich?

Gute Frage. Seit ich in Kanada bin, gab es noch nicht eine einzige richtige Party. Meine Mitstreiter und Mistreiterinnen sind leider wenig partykompatibel und außerdem wohl ähnlich gestresst wie ich. Obwohl man sich hier in einer wunderbaren Stadt befindet, die ganze Zeit herrlichstes Sommerwetter ist und wohl alle noch ein paar Dollars mehr auf Tasch haben, ist wohl jeder ein wenig unzufrieden mit seiner/ihrer Arbeitslosigkeit. Und die, die Arbeit haben, können halt nicht ständig raus gehen. Es herrscht jedenfalls eine etwas seltsame Stimmung. Alle Arbeitslosen würden am liebsten ihre Zeit hier genießen, stehen aber unheimlich unter Druck, endlich Arbeit finden zu müssen. Da gehöre ich wohl noch zu den Lockersten, und das, obwohl ich vielleicht von allen am wenigsten Geld habe.

Heute ist mir auf jeden Fall klar geworden, dass ich mittlerweile etwas gelangweilt bin. Natürlich muss ich auch nach Arbeit suchen, und ich habe ja auch schon einiges unternommen, mich beworben und vorgestellt. Das heißt aber nicht, dass ich abends demütig zuhause sitzen, Krise schieben und Rosenkränze beten muss. Manch ansonsten ganz sympathischer Zeitgenosse scheint das aber zu meinen. Und Kanadier lernt man in diesem Stadium auch nicht kennen. Heute Abend zum Beispiel hatte ich große Lust, endlich mal wieder eine Tüte zu rauchen. Ein Mädel aus unserer Gruppe hatte ursprünglich mitmachen wollen, ist dann aber doch noch abgesprungen. Und nun sitze ich hier alleine zuhause, und unten schraubt eine verschrobene alte Dame an einem Klo herum.

Natürlich sind die Jungs und ich zuhause schon ein bisschen hart drauf, mit unserem zeitweiligen KO-Saufen. Aber dass in dieser Mannschaft hier scheinbar keiner so richtig Lust auf Party hat, ist schon erschreckend. Ich meine, die Leute sind doch alle jung und unverbraucht, und mit viel Geld in einer geilen Stadt unterwegs, und zwar mitten im Hochsommer!
Where ist the fucking problem?

Na ja, ich hoffe, ich werde bald Arbeit finden und dabei ein paar brauchbare Einheimische kennen lernen. Jedenfalls hat Phase 2 begonnen und dazu gehört auch dieser Plan.

Dann werde ich jetzt gleich mal schlafen und morgen wieder früh aufstehen und dann mit frischem Elan eine neue Runde Jobsuche angehen.

Heute war ich übrigens zum ersten Mal im Pazifik schwimmen! Ich war vorhin mit der Angelika am Strand. Vom Hocker gehauen hat es mich nicht, weil die Bucht hier mehr ein vor sich hin plätschernder Tümpel als ein richtiges Meer ist, aber immerhin. Immerhin hat es über eine Woche gedauert, bis ich es mal gemacht habe.

Gute Nacht!
29.8.06 21:11


Logbuch 13. August 2006

Es gäbe eigentlich so viel zu sagen, doch ich habe wohl nur ein paar Minuten. Ich habe den Eindruck, nach nun zweieinhalb Wochen Eingewöhnungsphase in Kanada wird das Leben wieder ernster und gleichzeitig normaler. Ich weiß mittlerweile, welche Buslinien ich nehmen muss, ich kenne mich auch langsam aus und ich kann hier mittlerweile auch die Leute einordnen, mit denen ich seit einiger Zeit zu tun habe. Es trennt sich die Spreu vom Weizen, es entwickeln sich Freundschaften und Bekanntschaften.
Und ab morgen habe ich meinen ersten Job. In einem Lagerhaus für 10 Dollar die Stunde. Das war nicht das was ich wollte, aber andererseits brauche ich das Geld langsam sehr dringend. Und deswegen ist das schon okay und sogar gut so. Und wie immer, wenn ein Scheissjob vor der Tür steht, steigt der Trotz in mir auf und verleitet mich, am Abend zuvor noch ein (letztes) Mal über die Stränge zu schlagen. Ich treffe mich gleich noch mit jemandem auf ein Bier am Broadway =)
29.8.06 21:17


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